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Dienstgeräte statt BYOD bei Notebooks und PCs

Kurzfassung für Entscheider

Mitarbeitende sollen nicht gezwungen sein, ihre privaten Notebooks oder PCs für die Arbeit zu nutzen.
Stattdessen sollten Unternehmen konsequent auf firmeneigene, zentral verwaltete Arbeitsgeräte setzen.
Das reduziert Sicherheits- und Haftungsrisiken, verbessert die Produktivität und schafft klare Verhältnisse für alle Beteiligten.


1. Ziel dieses Beitrags

Dieser Beitrag richtet sich an Unternehmer, Inhaber und Geschäftsführer kleiner und mittlerer Unternehmen.
Er erklärt, warum wir empfehlen, für alle relevanten Tätigkeiten unternehmenseigene Notebooks und PCs bereitzustellen und auf BYOD („Bring Your Own Device“) im Desktop-/Notebook-Bereich weitgehend zu verzichten.

Ziel ist eine einfache, praxisnahe Entscheidungsgrundlage – ohne technische Details im Übermaß.


2. Grundprinzip: Arbeitsgerät = Unternehmensgerät

Ein Notebook oder PC ist ein zentrales Arbeitsmittel, vergleichbar mit einem Dienstwagen oder einer Maschine:

  • Das Gerät ist Eigentum des Unternehmens.

  • Es wird zentral verwaltet (Updates, Sicherheit, Software).

  • Es ist für die konkreten Arbeitsaufgaben optimiert (Programme, Zugriffsrechte, Performance).

Mitarbeitende sollen nicht ihre privaten Geräte für geschäftliche Zwecke einsetzen müssen.
Unternehmenseigene Geräte schaffen Klarheit: Was dienstlich ist, läuft auf einem klar definierten, kontrollierten System.


3. Warum BYOD bei Notebooks/PCs problematisch ist

BYOD bedeutet: Mitarbeitende nutzen ihren privaten PC oder ihr privates Notebook, um auf Firmendaten zuzugreifen oder damit zu arbeiten.

Das wirkt auf den ersten Blick praktisch und kostengünstig, erzeugt aber eine Reihe von Risiken:

  • Datenrisiko

    • Firmendaten liegen unverschlüsselt auf privaten Festplatten.

    • Automatische Backups in private Cloud-Dienste sind möglich, oft unbemerkt.

    • Bei Verlust oder Verkauf des Privatgeräts können Firmendaten mit abgegeben werden.

  • Sicherheitsrisiko

    • Private Geräte werden häufig unregelmäßig aktualisiert.

    • Antiviren- oder Endpoint-Schutz ist nicht einheitlich vorhanden oder veraltet.

    • Private Software, Spiele und Downloads erhöhen das Risiko von Malware.

  • Kontrollverlust

    • Das Unternehmen kann keine verbindlichen Richtlinien durchsetzen
      (z. B. Verschlüsselung, Adminrechte, USB-Speicher, lokale Speicherung).

    • Schatten-IT: Mitarbeitende installieren eigene Tools und Lösungen, die niemand kennt oder freigegeben hat.

  • Compliance- und Haftungsrisiken

    • Datenschutz (z. B. DSGVO) verlangt nach nachweisbar geschützten Systemen.

    • Auf privaten Geräten ist schwer belegbar, welche Schutzmaßnahmen tatsächlich aktiv sind.

    • Im Schadensfall (Datenleck, Ransomware, Ermittlungen) wird es schwierig, Verantwortung und Abläufe sauber nachzuweisen.

  • Organisations- und Supportaufwand

    • Jedes private Gerät ist anders (Hersteller, Alter, Konfiguration).

    • IT-Support wird langsamer und teurer.

    • Es gibt keine Standardvorgehensweisen für Fehlerbehebung und Wartung.

Unterm Strich: BYOD spart auf dem Papier Hardwarekosten, produziert aber erhöhte Sicherheits-, Organisations- und Haftungsrisiken.


4. Vorteile firmeneigener, verwalteter Notebooks/PCs

4.1 Vorteile für das Unternehmen

  • Einheitliche Sicherheit

    • Alle Arbeitsgeräte haben definierte Sicherheitsstandards (z. B. Verschlüsselung, Virenschutz, Firewall, automatische Updates).

    • Sicherheitslücken können zentral geschlossen werden.

  • Bessere Steuerbarkeit und Transparenz

    • Standardisierte Softwareausstattung (z. B. Office, Browser, Branchensoftware).

    • Klare Rechte- und Rollenkonzepte für Benutzerkonten.

    • Geräte-Lebenszyklus (Anschaffung, Nutzung, Austausch, Entsorgung) ist planbar.

  • Compliance und Nachweisbarkeit

    • Anforderungen von Kunden, Audits oder Zertifizierungen lassen sich einfacher erfüllen.

    • Sicherheitsmaßnahmen sind dokumentiert und wiederholbar.

  • Weniger Ausfälle, höhere Produktivität

    • Gut verwaltete Geräte haben weniger ungeplante Störungen.

    • Probleme können schneller behoben werden (Remote-Support, standardisierte Images).

  • Klarheit bei Mitarbeiterwechsel

    • Beim Austritt wird das Gerät zurückgegeben, Daten werden professionell entfernt oder archiviert.

    • Zugänge (Konten, Zertifikate, Lizenzen) können sauber entzogen werden.

4.2 Vorteile für Mitarbeitende

  • Keine Pflicht, das Privatgerät dienstlich zu nutzen

    • Klare Trennung von privatem und beruflichem IT-Leben.

    • Keine Vermischung von privaten Daten, Fotos, Spielen usw. mit Firmendaten.

  • Arbeitsgerät, das „einfach funktioniert“

    • Alle benötigten Programme und Zugriffe sind vorbereitet.

    • Die Verantwortung für Stabilität, Sicherheit und Pflege liegt beim Unternehmen.

  • Wertschätzung

    • Mitarbeitende bekommen professionelle Arbeitsmittel gestellt – das signalisiert, dass ihre Arbeit ernst genommen wird.


5. Technische Grundlage: Zentrales Endpoint-Management

Damit firmeneigene Geräte ihren Vorteil voll ausspielen können, sollten sie durch eine zentrale Lösung verwaltet werden (z. B. Endpoint-Management / Unified Endpoint Management).

Typische Merkmale:

  • Automatisierte Erstbereitstellung (Provisioning)

    • Neues Gerät wird ausgepackt, angemeldet und holt sich automatisch
      Betriebssystem-Einstellungen, Sicherheitsrichtlinien und benötigte Software.

  • Zentrale Sicherheitsrichtlinien

    • Erzwingung von Festplattenverschlüsselung.

    • Vorgabe von Passwort- und Sperrzeiten.

    • Einheitliche Antivirus- und Firewall-Konfiguration.

  • Software-Verteilung und -Aktualisierung

    • Office, Browser und Fachanwendungen werden automatisiert verteilt.

    • Updates können gesteuert und koordiniert eingespielt werden.

  • Überwachung und Reporting

    • Überblick, welche Geräte aktuell, verschlüsselt und geschützt sind.

    • Frühzeitige Erkennung von Problemen (z. B. fehlende Updates, voller Speicher).

  • Remote-Support

    • Fernwartung, Skripte und zentrale Tools ermöglichen schnelle Hilfe, auch im Homeoffice.

Für Geschäftsführung und Inhaber bedeutet das:
Es gibt eine klare Liste aller Arbeitsgeräte, deren Zustand und Sicherheit sind sichtbar und steuerbar.


6. Sonderfälle: Was tun, wenn kein Firmengerät möglich ist?

Es gibt Situationen, in denen ein klassisches Firmengerät schwierig umzusetzen ist, z. B.:

  • Externe Dienstleister oder Freelancer

  • Sehr kurzfristige Projektmitarbeit

  • Geografisch verstreute Teams ohne zentrale Hardwarelogistik

Für solche Fälle können alternative Modelle sinnvoll sein, etwa:

  • Virtuelle Arbeitsumgebungen (z. B. Remote Desktop, VDI, DaaS)

    • Mitarbeitende greifen von ihrem eigenen Gerät auf eine vollständig getrennte, zentral betriebene Firmenumgebung zu.

    • Daten liegen dabei auf Unternehmensservern oder in der Cloud, nicht dauerhaft auf dem Fremdgerät.

  • Gekapselte Arbeitsbereiche

    • Safe-Workspace/Container-Lösungen, in denen der geschäftliche Bereich isoliert ist.

    • Strenge Richtlinien verhindern, dass Firmendaten unkontrolliert auf das Privatgerät „abwandern“.

Auch hier gilt: Unternehmensdaten sollten nur in kontrollierten Umgebungen verarbeitet werden.
Ausnahmen müssen klar definiert und technisch abgesichert sein.


7. Empfehlung für Unternehmer und Geschäftsführer

7.1 Grundsatzentscheidung

  • Standard für alle Mitarbeiter mit regelmäßigem Zugriff auf Firmendaten:
    Firmeneigene, zentral verwaltete Notebooks oder PCs.

  • BYOD bei Desktop/Notebook nur als Ausnahme:
    Nur für klar definierte Spezialfälle – mit technischem Schutzkonzept (z. B. virtuelle Arbeitsumgebung).

7.2 Organisatorische Umsetzung

  • Erstellen Sie eine kurze Richtlinie (1–2 Seiten), die festhält:

    • dass Mitarbeitende ihre privaten Rechner nicht für reguläre Firmenarbeit nutzen müssen,

    • dass Arbeitsgeräte vom Unternehmen gestellt und verwaltet werden,

    • wie mit Ausnahmen (Freelancer, Projektarbeit) umgegangen wird.

  • Stellen Sie sicher, dass:

    • die IT die notwendigen Werkzeuge für zentrale Verwaltung und Sicherheit besitzt,

    • Zuständigkeiten klar sind (wer beschafft, verwaltet, tauscht Geräte),

    • ein einfacher Prozess für „Gerät defekt / Gerät neu / Mitarbeiterwechsel“ existiert.


8. Fazit

Für die moderne, digital arbeitende Organisation sind firmeneigene, zentral verwaltete Notebooks und PCs ein wesentlicher Baustein für:

  • Sicherheit

  • Produktivität

  • Rechtssicherheit

  • Zufriedenheit der Mitarbeitenden

BYOD im Bereich Notebook/PC sollte – wenn überhaupt – die gut abgesicherte Ausnahme bleiben, nicht der Standard.